1. JFG Rhön geht auf große Reise

Es ist inzwischen schon eine Tradition geworden, dass die U13 der 1. JFG Rhön am Osterturnier von US Rumelange teilnimmt. Die Anreise erfolgt am Ostersamstag mit dem Vereinsbus und drei Privat-PKWs, um dann am Sonntag das Turnier zu spielen. Die Heimreise erfolgt nach der Siegerehrung direkt noch am Sonntagabend. 12 Mannschaften kämpfen um den Turniersieg in zwei Sechsergruppen Jeder gegen Jeden. Jede Mannschaft muss also insgesamt 7 Spiele bestreiten.

Leider können die Rhöner nicht in Bestbesetzung antreten. Aber allein die Tatsache, dass für die U13 erstmals die Möglichkeit besteht im Ausland ein internationales Turnier zu bestreiten, ist für alle ein besonderes Erlebnis. Jugendarbeit beinhaltet eben auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Andere Mentalitäten kennen lernen oder einmal weg von zu Hause übernachten sind Erfahrungen in diesem Alter, die den Einzelnen auch in jungen Jahren prägen.  Aber nicht nur der sportliche Part ist interessant. Die herausragende Gastfreundschaft in Rumelange übertrifft alle Jahre wieder die Erwartungen.

In der Vorrunde trifft die 1. JFG Rhön auf den Ausrichter US Rumelange 2, auf Fontoy aus Frankreich sowie die Luxemburgischen Vereine F91 Dudelange, UN Kaerjeng, beides Nachwuchsmannschaften der Erstligavereine sowie auf Itzig, ein Vorstadtverein der Stadt Luxemburg.

Unser Wolfgang wird 80 – Danke und alles Gute

Wolfgang Taubert: Engagiert auf allen Spielfeldern

Prägende Gestalt des TSV Mellrichstadt: Wolfgang Taubert wird heute 80 Jahre al

Am 23. März 2017 feiert Wolfgang Taubert seinen 80. Geburtstag. Ein außergewöhnlicher Mensch, der in der Region weithin bekannt ist, weil er sich in außergewöhnlicher Weise ehrenamtlich engagiert – und das auf mehreren Spielfeldern, immer mit vollem Einsatz und das alles schon seit mehr als sechs Jahrzehnten. Vor allem die Fußballer kennen ihn als dynamischen Menschen, der sich besonders für die Jugendarbeit einsetzt, und als Ideengeber für attraktive Veranstaltungen und neue Organisationsformen. Außerdem ist er so etwas wie der Mellrichstädter „Sportabzeichen-Papst“.

Sein Geburtsort ist Tanna bei Schleiz in Thüringen. Seine Jugend verbrachte er in Klosterlangheim bei Lichtenfels, wo er bis zum Abitur wohnte, ehe ihn sein Studium nach München verschlug. Als Taubert 1964 nach seinem Referendariat seine erste Lehrerstelle an der Realschule in Mellrichstadt antrat, konnte noch keiner ahnen, welch guten Fang man mit ihm machte. Als Fußballfreund schloss er sich schnell dem TSV Mellrichstadt an, war Spieler, fünf Jahre lang Trainer der Herrenmannschaften und engagierter Seniorenkicker.

400 Spiele für den TSV

Er knüpfte viele Kontakte zu namhaften auswärtigen Vereinen, bis hinauf in die höchsten Spielklassen, um Freundschaftsspiele zu vereinbaren. Seine Fußballschuhe hängte er erst 1993 nach 400 Spielen für den TSV mit einem Abschiedsspiel gegen den VfB Leipzig endgültig an den Nagel. Seit 1974 gehört er zur Vorstandschaft des TSV Mellrichstadt und ist dort seit 1978 dessen Pressewart. 1974 gründete er nach dem Erwerb der Sportabzeichen-Prüferlizenz zusammen mit Herbert Langenbrunner die Sportabzeichenabteilung. Bis heute steht er regelmäßig am Montagabend zusammen mit Kumpel Herbert auf dem Sportplatz oder in der Sporthalle, um das Training zu leiten und die Leistungen abzunehmen. Kein anderer Verein im Landkreis hat so viele erworbene Sportabzeichen vorzuweisen wie der TSV Mellrichstadt.

Initiator der JFG

Seine besondere Herzenssache ist der Jugendfußball. Als sich Mitte der 1990er Jahre abzeichnete, dass es für Vereine immer schwerer wird, eigene Jugendmannschaften zusammenzustellen und Spielgemeinschaften gebildet werden mussten, sann er auf neue Organisationsformen und konzipierte das Modell der Junioren-Fördergemeinschaft (JFG), das in seiner ersten Form 1999 gegründet wurde. Mit seiner Beharrlichkeit hatte er großen Anteil daran, dass der BFV (Bayerischer Fußballverband) im Herbst 2002 beschloss, das Modell der JFG in die Satzung aufzunehmen. Im Mai 2003 wurde die 1. JFG Rhön gegründet und nahm ab der Saison 2003/04 am Spielbetrieb teil. Bis heute ist Gründervater Taubert Teil des JFG-Vorstands. Viele andere Sportvereine haben seitdem ebenfalls solche Fördergemeinschaften gebildet. Das Modell hat sich bis heute bewährt.

Einen Namen beim BFV machte sich Wolfgang Taubert auch mit der Organisation des Internationalen Jugendfußballturniers für U17-Mannschaften, dem „Silberdistel-Cup“ in Mellrichstadt. Seit 1981 lädt er dazu jährlich Ende Juli namhafte Jugendmannschaften aus ganz Europa ein. 1981 und 1982 waren sogar je eine Mannschaft aus den USA zu Gast. Dank des „Silberdistel-Cups“ kennt man Taubert auch in der DFB-Zentrale in Frankfurt. Eine Turnierreihe bei der U15, die er ebenfalls mit organisierte, hatte sich von 1995 bis 2005 gehalten. Bei fast allen Hallenturnieren, die in der Dreifachturnhalle ausgetragen werden, ist Taubert beteiligt, unter anderem als Ideengeber und Ausrichter des „Rhön-Cups“ für U13-Teams (seit 2009).

Entwickler des „Neustädter Modells“

Das waren für Taubert bis zu seiner Pensionierung 2001 Nebenschauplätze. Denn auch als Lehrkraft war er sehr engagiert. Er wollte für seine Schüler immer optimale Förderbedingungen haben, selbst wenn die Unterrichtsbedingungen nicht optimal waren. Alle seine pädagogischen Aktivitäten aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, sein Engagement für die immigrierten Aussiedlerkinder muss jedoch extra erwähnt werden. Taubert war 1973 von der Realschule zur Fachoberschule (FOS) nach Bad Neustadt gewechselt. Als die Zahl der Kinder von Russlanddeutschen, die nur bescheidene Deutsch- und keine Englischkenntnisse hatten, in den Schulen zunahm und 1978 nach Lehrern gesucht wurde, die freiwillig zusätzlichen Deutschunterricht und sonstige Nachhilfen zu leisten bereit waren, meldete sich auch Taubert.

Dafür opferte er sogar seinen Urlaub in den Sommerferien. Er wollte auch dieser Schülergruppe die Möglichkeit eröffnen, die Mittlere Reife zu erwerben und beteiligte sich am schulvorbereitenden Unterricht. Zusammen mit dem CBW (Christliches Bildungswerk) entwickelte er ein in Bayern einmaliges schulisches Eingliederungsmodell für Aussiedlerkinder („Neustädter Modell“) und erwirkte im Kultusministerium eine Sonderregelung, die das Prüfungsfach Englisch durch Russisch, Polnisch und Rumänisch ersetzte.

Er bereitete die Einrichtung einer „besonderen Förderklasse 10“ an der Realschule Bad Neustadt zum Erwerb der Mittleren Reife sowie eine Vorklasse an der FOS mit vor und war somit für die Integration junger Aussiedler an den Fach- und Berufsoberschulen in ganz Bayern verantwortlich. Für 25 Jahre Integrationsarbeit wurde er deshalb im Jahr 2003 vom Caritas-Verband mit dem „Goldenen Caritas-Kreuz“ ausgezeichnet.

Seit Schulzeiten engagiert

Schon als Schüler war Taubert sehr engagiert. Er trat 1955 der Schülerverbindung Abituria Germania Lichtenfels bei, seit 1958 gehört er der Studentenverbindung „Burschenschaft Franco-Bavaria“ München an. Beim Waffenring Rhön-Grabfeld ist er seit 1964 Mitglied und seit 1967 dessen Vorsitzender. Zeitweise war er stellvertretender unterfränkischer Bezirksvorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands und 26 Jahre lang Schriftführer des Lehrerverbands der FOS/BOS in Bayern.

Im Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Mellrichstadt war er von 1979 bis 2007 Schriftführer. Vor kurzem wurde er vom Obst- und Gartenbauverein für seine 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. In Mellrichstadt wohnt er seit 1965, seit 1976 ist er stolzer Hausbesitzer im Rosengarten, wo er mit seiner Frau Carola (Hochzeit 1961) wohnt. Der ruhelose Pensionär hat eine Tochter und zwei Enkelkinder.

Zahlreiche Auszeichnungen

Wer eine so einzigartige Ehrenamtskarriere gemacht hat wie Wolfgang Taubert, der kann natürlich auch auf allerlei – wohlverdiente – Ehrungen zurückblicken. Die wichtigsten waren: Kreissieger und 3. Platz in Bayern beim Ehrenamtspreis des BFV (1997), DFB-Verdienstnadel, Stadtwappen in Silber der Stadt Mellrichstadt, Ehrenmitgliedschaft beim TSV Mellrichstadt, Goldenes Kreuz der Caritas sowie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Auch die Heimatzeitung beglückwünscht den emsigen und rüstigen Jubilar zu seinem 80. Geburtstag und wünscht ihm eine anhaltende Unruhe bei bester Gesundheit und weiterhin alles Gute.

Quelle: Rhön & Steubote, von Georg Will